FREIE PLÄTZE: ab August 2027

Pädagogisches Konzept

Mein pädagogischer Schwerpunkt: Kinder fürs Leben stärken

Resilienz war der Ausgangspunkt meines pädagogischen Konzeptes und ist bis heute das Herzstück meiner Arbeit.

Mir ist wichtig, Kinder nicht nur liebevoll durch ihren Alltag zu begleiten, sondern ihnen Erfahrungen zu ermöglichen, durch die sie Vertrauen in sich selbst und ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln können.

Resilienz bedeutet für mich nicht, dass ein Kind „stark sein“ oder schwierige Situationen alleine bewältigen muss. Im Gegenteil: Kinder entwickeln innere Stärke dort, wo sie verlässliche Beziehungen erfahren, sich sicher und angenommen fühlen und wissen, dass sie Unterstützung bekommen, wenn sie diese benötigen.

Auf dieser sicheren Basis dürfen Kinder Herausforderungen erleben und an ihnen wachsen.

Sie dürfen ausprobieren und auch einmal scheitern. Sie dürfen frustriert sein, Lösungen suchen, Hilfe einfordern, erneut versuchen, Entscheidungen treffen und die Erfahrung machen:

„Ich kann etwas bewirken. Ich kann etwas schaffen. Und wenn ich etwas noch nicht alleine kann, darf ich mir Hilfe holen.“

Aus einem Schwerpunkt ist ein umfassendes Konzept gewachsen

Mit den Jahren hat sich meine pädagogische Arbeit weiterentwickelt und mein ursprünglicher Schwerpunkt wurde um weitere Bereiche ergänzt.

Die bedürfnisorientierte Begleitung hilft mir, die individuellen Signale und Bedürfnisse eines Kindes wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren.

Durch Partizipation erfahren Kinder, dass ihre Meinung zählt, ihre persönlichen Grenzen respektiert werden und sie ihren Alltag entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand mitgestalten können.

Die tiergestützte Pädagogik eröffnet zusätzliche Erfahrungsräume. Im Kontakt mit Hund, Kaninchen und Hühnern können Kinder Beziehung gestalten, Verantwortung übernehmen, Rücksicht nehmen, eigene Grenzen wahrnehmen, Ängste überwinden und Selbstwirksamkeit erleben.

Die inklusive Pädagogik erweitert diesen Gedanken für mich noch einmal: Jedes Kind bringt andere Voraussetzungen, Stärken, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten mit. Nicht jedes Kind benötigt denselben Weg, um sich als kompetent und selbstwirksam erleben zu können.

So ist mein Konzept über die Jahre gewachsen und wird sich auch weiterhin entwickeln.

Der rote Faden ist dabei derselbe geblieben:

Ich möchte Kinder darin begleiten, Vertrauen in sich selbst, in andere Menschen und in ihre eigenen Möglichkeiten zu entwickeln – damit aus kleinen Persönlichkeiten Schritt für Schritt starke und resiliente Menschen werden können.

Inklusion – Jedes Kind darf seinen eigenen Weg gehen

Jedes Kind ist anders. Und genau das ist für mich selbstverständlich.

Kinder entwickeln sich nicht nach einem einheitlichen Zeitplan. Sie bringen unterschiedliche Persönlichkeiten, Stärken, Interessen, Erfahrungen und Bedürfnisse mit. Manche Kinder benötigen in bestimmten Bereichen mehr Zeit, andere brauchen zusätzliche Unterstützung oder besondere Rahmenbedingungen.

Für mich bedeutet Inklusion deshalb nicht, dass alle Kinder das Gleiche tun oder das Gleiche können müssen.

Inklusion bedeutet für mich:

Jedes Kind soll dazugehören und die Unterstützung bekommen, die es benötigt, um sich entsprechend seiner eigenen Möglichkeiten entwickeln und am gemeinsamen Alltag teilhaben zu können.

Nicht die Diagnose steht im Mittelpunkt – sondern das Kind

Wenn ein Kind einen besonderen Förder- oder Unterstützungsbedarf hat, möchte ich es nicht zuerst über diesen Bedarf wahrnehmen.

Ich möchte wissen:

Wer ist dieses Kind?

Was interessiert es?

Was bringt es zum Lachen?

Was kann es bereits besonders gut?

Was fällt ihm schwer?

Was gibt ihm Sicherheit?

Und was braucht es, um sich weiterentwickeln zu können?

Die individuellen Stärken eines Kindes sind für mich genauso bedeutsam wie die Bereiche, in denen es Unterstützung benötigt.

Kleine Gruppe – individuelle Begleitung

Die Kindertagespflege bietet mit ihrer kleinen Gruppengröße besondere Möglichkeiten.

Ich kann Kinder intensiv beobachten, ihre Signale kennenlernen und meinen pädagogischen Alltag an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen. Gleichzeitig bleibt das Kind Teil einer Gemeinschaft, in der Kinder miteinander und voneinander lernen.

Dabei geht es nicht darum, Unterschiede unsichtbar zu machen.

Kinder dürfen erleben:

Wir sind unterschiedlich – und trotzdem gehören wir zusammen.

Gemeinsam statt nebeneinander

Wenn ein Kind zusätzliche Unterstützung benötigt, muss diese für mich nicht losgelöst von seinem normalen Alltag stattfinden.

Durch meine Fortbildung des LVR im Bereich Inklusion habe ich mich fachlich mit der Begleitung von Kindern mit besonderem Förder- und Unterstützungsbedarf auseinandergesetzt.

Je nach individuellem Bedarf und den jeweiligen organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen kann eine Zusammenarbeit mit Frühförderstellen, Therapeut:innen, Assistenzkräften und weiteren externen Fachkräften Bestandteil der Betreuung sein.

Wo es möglich und für das Kind sinnvoll ist, können Förder- oder Therapieangebote auch in den Alltag der Kindertagespflege eingebunden werden.

Auch eine Assistenzkraft kann – sofern die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen – ein Kind während seiner Zeit in meiner Kindertagespflege begleiten.

Mir ist dabei besonders wichtig, dass wir nicht unabhängig voneinander am selben Kind arbeiten.

Eltern, Kindertagespflege und beteiligte Fachkräfte sollen miteinander im Austausch stehen und gemeinsam auf die Bedürfnisse und Entwicklung des Kindes schauen.

Inklusion und Resilienz gehören für mich zusammen

Auch hier findet sich mein zentraler pädagogischer Schwerpunkt wieder: Resilienz.

Ein Kind soll nicht ständig erfahren, was es im Vergleich zu anderen noch nicht kann.

Es soll erleben:

„Ich kann etwas.“

„Ich gehöre dazu.“

„Ich darf Hilfe brauchen.“

„Ich darf Dinge auf meine Weise lernen.“

„Ich kann etwas bewirken.“

Gerade für Kinder, die in ihrem Alltag häufiger mit ihren eigenen Grenzen oder mit Barrieren ihrer Umwelt konfrontiert werden, können solche Erfahrungen besonders wertvoll sein.

Resilienz bedeutet dabei nicht, ein Kind möglichst widerstandsfähig gegenüber schwierigen Bedingungen zu machen.

Es bedeutet für mich auch, Bedingungen zu schaffen, unter denen das Kind Sicherheit, verlässliche Beziehungen, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln kann.

Tiergestützte Pädagogik kann zusätzliche Wege eröffnen

Auch unsere Tiere können im inklusiven Alltag besondere Begegnungsmöglichkeiten schaffen.

Kontakt und Beziehung müssen nicht immer über Sprache entstehen. Ein Tier gemeinsam zu beobachten, Futter vorzubereiten, Nähe oder Abstand selbst zu bestimmen oder Verantwortung für eine kleine Aufgabe zu übernehmen, kann Kindern unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligung eröffnen.

Dabei gilt auch hier:

Nicht das Kind muss zu meinem Angebot passen – ich schaue, welche Möglichkeiten mein Angebot diesem Kind eröffnen kann.

Inklusion braucht Zusammenarbeit

Ob meine Kindertagespflege für ein Kind mit besonderem Unterstützungsbedarf der passende Betreuungsort ist, möchte ich deshalb immer individuell und gemeinsam mit den Eltern betrachten.

Wir sprechen über die Bedürfnisse des Kindes, notwendige Rahmenbedingungen und darüber, welche Unterstützung bereits vorhanden ist oder zusätzlich benötigt werden könnte.

Wenn weitere Fachstellen beteiligt sind, wünsche ich mir eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Denn für mich bedeutet Inklusion nicht, alles alleine leisten zu müssen.

Inklusion bedeutet, gemeinsam Bedingungen zu schaffen, unter denen ein Kind dazugehören, teilhaben und sich entwickeln kann. hier Ihren Text ein.

Tiergestützte Pädagogik – Lernen mit Herz, Hand und Pfote

Tiere haben in meiner Kindertagespflege einen besonderen Stellenwert. Hund, Kaninchen und Hühner gehören zu unserem Alltag und schaffen Begegnungen und Erfahrungsräume, die sich auf ganz natürliche Weise mit meinem pädagogischen Schwerpunkt der Resilienzförderung verbinden.

Dabei sind die Tiere für mich weder Spielzeug noch Beschäftigungsangebot. Sie sind eigenständige Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen und Grenzen – genau wie wir Menschen.

Diese Haltung prägt die Begegnungen zwischen Kindern und Tieren.

Was Kinder im Umgang mit Tieren erfahren können

Tiere reagieren unmittelbar und authentisch. Sie bewerten nicht danach, was ein Kind schon kann, wie schnell es sich entwickelt oder ob ihm etwas schwerer fällt als anderen.

Im gemeinsamen Alltag entstehen dadurch viele kleine Situationen, in denen Kinder wichtige Erfahrungen machen können.

Ein Kind kann erleben, dass sich ein Huhn nähert, wenn es ruhig wartet. Es kann beobachten, dass ein Kaninchen Abstand benötigt und lernen, diesen zu respektieren. Es kann erfahren, wie ein Hund auf Körpersprache reagiert oder wie wichtig es ist, zuverlässig für ein anderes Lebewesen zu sorgen.

Dabei können unter anderem Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Rücksichtnahme, Wahrnehmung, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit gestärkt werden.

Für mich sind gerade diese alltäglichen Momente wertvoll. Bildung findet nicht nur in vorbereiteten Angeboten statt. Sie entsteht dort, wo Kinder beobachten, Fragen stellen, ausprobieren, Zusammenhänge entdecken und eigene Erfahrungen sammeln.

Tiergestützte Pädagogik und Resilienz

Mein ursprünglicher und bis heute zentraler pädagogischer Schwerpunkt ist die Stärkung kindlicher Resilienz.

Auch hier können Tiere besondere Erfahrungsräume eröffnen.

Ein Kind, das sich zunächst nicht an ein Tier herantraut, darf beobachten. Vielleicht entsteht irgendwann Neugier. Vielleicht wagt es einen kleinen Schritt näher. Vielleicht möchte es beim nächsten Mal Futter reichen – oder entscheidet, dass Beobachten weiterhin genau richtig ist.

Es geht nicht darum, Angst möglichst schnell zu überwinden.

Es geht darum, dem Kind zu vermitteln:

„Ich darf mein eigenes Tempo haben. Ich kann Grenzen setzen. Ich kann mich etwas trauen. Und ich darf stolz auf mich sein, wenn ich einen für mich wichtigen Schritt geschafft habe.“

Solche Erfahrungen können Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit unterstützen – wichtige Bausteine resilienter Entwicklung.

Partizipation gilt auch beim Tierkontakt

Kein Kind muss ein Tier anfassen, füttern oder direkten Kontakt aufnehmen.

Das Kind entscheidet entsprechend seinem Entwicklungsstand mit, ob und wie es sich einer Begegnung annähern möchte. Auch ein deutliches „Nein“, Zurückweichen oder Abwenden ist Kommunikation und wird respektiert.

Gleichzeitig haben auch unsere Tiere Grenzen.

Kinder lernen deshalb, dass Partizipation und Rücksichtnahme zusammengehören: Meine Bedürfnisse und Grenzen sind wichtig – und die meines Gegenübers ebenfalls.

Gerade darin liegt für mich ein großer pädagogischer Wert der Mensch-Tier-Begegnung.

Tiere und Inklusion

Tiergestützte Pädagogik kann zudem vielfältige Möglichkeiten für Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungs- und Unterstützungsbedürfnissen eröffnen.

Nicht jede Begegnung muss über Sprache stattfinden. Beobachten, Nähe und Distanz regulieren, gemeinsam handeln oder einfach einen ruhigen Moment mit einem Tier erleben, können ebenfalls Formen von Kontakt und Beziehung sein.

Dabei steht immer das einzelne Kind im Mittelpunkt. Tiergestützte Arbeit ist für mich kein festes Programm, das für jedes Kind gleich aussieht. Ich beobachte, welche Begegnungen dem jeweiligen Kind guttun und welche individuellen Möglichkeiten sich daraus entwickeln können.

Fachlichkeit und Verantwortung

Tiergestützte pädagogische Arbeit bedeutet für mich weit mehr, als Tiere in der Kindertagespflege zu halten.

Sie erfordert Fachwissen, verantwortungsvolle Planung sowie einen konsequenten Blick auf Kindeswohl und Tierwohl.

Die Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Intervention und Therapie habe ich absolviert. Auch Teddy hat seine Ausbildung im Rahmen unserer gemeinsamen Qualifizierung zum pädagogischen Begleithund durchlaufen. Die abschließende Prüfung für uns als Team steht im kommenden Frühjahr noch bevor.

Mein Ziel ist es, die Begegnung zwischen Kindern und Tieren fachlich fundiert, sicher und achtsam zu gestalten.

Denn gute tiergestützte Pädagogik bedeutet für mich nicht:

„Das Kind darf mit Tieren spielen.“

Sondern:

Kind und Tier dürfen sich begegnen – und aus dieser Begegnung darf Entwicklung entstehen.

Bedürfnisorientierung & Partizipation – Freiheit braucht einen sicheren Rahmen

Kinder brauchen Freiräume, um sich entwickeln zu können.

Sie brauchen aber ebenso Sicherheit, Orientierung und einen verlässlichen Rahmen.

Bedürfnisorientierte Begleitung bedeutet für mich deshalb nicht, dass ein Kind immer bekommt, was es möchte oder selbst über alles entscheiden kann. Kinder brauchen Erwachsene, die Verantwortung übernehmen, Grenzen setzen, Orientierung geben und gleichzeitig bereit sind, die Perspektive des Kindes ernst zu nehmen.

Innerhalb dieses sicheren Rahmens dürfen Kinder ausprobieren, mitbestimmen, Entscheidungen treffen und an ihren Erfahrungen wachsen.

Bedürfnisse sind nicht dasselbe wie Wünsche

Hinter dem Verhalten eines Kindes steckt häufig ein Bedürfnis.

Ein Kind, das nicht nach Hause gehen möchte, kann beispielsweise das Bedürfnis haben, sein Spiel zu Ende zu führen. Ein Kind, das sich einer gemeinsamen Aktivität entzieht, benötigt vielleicht gerade Ruhe. Hinter Wut können Frustration, Überforderung, Autonomie oder das Bedürfnis nach Nähe stehen.

Das bedeutet nicht, dass jeder Wunsch erfüllt werden kann.

Meine Aufgabe sehe ich darin, hinzuschauen:

Was möchte mir dieses Kind gerade mitteilen? Was braucht es – und wie kann ich es innerhalb der bestehenden Grenzen begleiten?

Manchmal kann ich eine Situation verändern. Manchmal kann ich eine Alternative anbieten. Und manchmal bleibt eine Grenze bestehen.

Auch dann darf ein Kind enttäuscht, traurig oder wütend sein.

Gefühle müssen nicht verhindert werden. Sie dürfen begleitet werden.

Partizipation beginnt lange vor dem Sprechen

Kinder müssen nicht sprechen können, um eine Meinung zu haben.

Gerade kleine Kinder kommunizieren sehr deutlich über Körpersprache, Mimik, Gestik, Laute, Hinwendung und Abwendung.

Ein Wegdrehen kann ein Nein sein.

Ein ausgestreckter Arm kann bedeuten: „Ich möchte das.“

Ein Kind, das immer wieder zu einer Sache zurückkehrt, zeigt Interesse.

Diese Signale wahrzunehmen und ernst zu nehmen, ist für mich ein wichtiger Bestandteil von Partizipation.

Kinder dürfen wirklich mitentscheiden

Partizipation bedeutet für mich mehr, als einem Kind gelegentlich zwei Möglichkeiten zur Auswahl zu stellen.

Kinder sollen entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand erleben, dass sie ihren Alltag tatsächlich mitgestalten können.

Das kann bedeuten, dass sie entscheiden, womit oder mit wem sie spielen möchten, ob sie an einer freiwilligen Aktivität teilnehmen, welches Buch wir anschauen oder ob und wie sie Kontakt zu unseren Tieren aufnehmen möchten.

Auch bei alltäglichen Abläufen bekommen Kinder zunehmend Möglichkeiten, selbst tätig zu werden und Verantwortung zu übernehmen.

Dabei gilt:

Mitbestimmung endet dort, wo Sicherheit, Gesundheit, das Wohl anderer oder die Verantwortung der Erwachsenen betroffen sind.

Diese Grenzen sollen für Kinder möglichst nachvollziehbar und verlässlich sein.

Ein Nein darf ein Nein sein

Ein besonders wichtiger Teil von Partizipation ist für mich das Recht des Kindes auf persönliche Grenzen.

Kinder sollen erfahren, dass ihre Körpersignale wahrgenommen werden und dass sie Nein sagen dürfen.

Das bedeutet gleichzeitig, die Grenzen anderer Menschen und unserer Tiere kennenzulernen und respektieren zu lernen.

So entsteht nach und nach ein Verständnis dafür:

Meine Grenze zählt – und die Grenze meines Gegenübers zählt ebenfalls.

Und manchmal entscheiden die Erwachsenen

Partizipation bedeutet nicht, dass Erwachsene ihre Verantwortung an Kinder abgeben.

Es gibt Situationen, in denen ich eine Entscheidung treffen muss – beispielsweise wenn es um Sicherheit, Gesundheit oder den Schutz eines Kindes, eines anderen Kindes oder eines Tieres geht.

Auch das gehört zum Aufwachsen.

Entscheidend ist für mich, wie ich diese Grenze begleite.

Ich möchte Kindern möglichst erklären, warum etwas gerade nicht möglich ist, ihre Reaktion darauf ernst nehmen und sie mit ihrer Enttäuschung nicht alleine lassen.

Ein Kind darf eine Grenze doof finden.

Die Grenze kann trotzdem bestehen bleiben.

Genau hier wächst Resilienz

Bedürfnisorientierung und Partizipation stehen für mich deshalb nicht im Gegensatz zur Resilienzförderung – sie gehören unmittelbar zusammen.

Ein Kind darf erleben:

Ich werde gesehen.

Meine Meinung zählt.

Ich kann Entscheidungen treffen.

Ich kann etwas bewirken.

Aber auch:

Nicht alles gelingt sofort.

Nicht jeder Wunsch kann erfüllt werden.

Andere Menschen haben ebenfalls Bedürfnisse und Grenzen.

Ich kann Enttäuschungen und Herausforderungen bewältigen – und muss das nicht immer alleine schaffen.

In einem sicheren und verlässlichen Rahmen können Kinder genau diese Erfahrungen machen.

Sie dürfen ausprobieren, Fehler machen, Konflikte erleben, Lösungen suchen, Hilfe annehmen, erneut versuchen und schließlich feststellen:

„Ich kann das schaffen.“

Und genau dort treffen sich für mich Bedürfnisorientierung, Partizipation und mein wichtigster pädagogischer Schwerpunkt:

Kinder auf ihrem Weg zu resilienten, selbstbewussten und gleichzeitig empathischen Persönlichkeiten zu begleiten.

Meine partizipatorische Eingewöhnung: Ankommen darf individuell sein

Der Beginn in der Kindertagespflege ist für ein Kind und seine Familie ein bedeutender Übergang. Eine neue Umgebung, neue Menschen, andere Kinder, Tiere, Geräusche, Gerüche und Abläufe müssen erst vertraut werden.

Deshalb arbeite ich bei der Eingewöhnung partizipatorisch und beziehungsorientiert.

Ich orientiere mich nicht an einem starren zeitlichen Ablauf, nach dem nach einer bestimmten Anzahl von Tagen ein erster Trennungsversuch stattfinden muss. Entscheidend ist für mich vielmehr die Frage:

Ist dieses Kind bereit für den nächsten Schritt?

Das Kind gestaltet seine Eingewöhnung aktiv mit

Partizipation beginnt für mich nicht erst dann, wenn ein Kind sprechen kann. Auch sehr junge Kinder teilen uns deutlich mit, wie es ihnen geht: durch ihre Körpersprache, ihren Gesichtsausdruck, ihre Bewegungen, ihre Kontaktaufnahme, ihr Spiel, ihr Weinen, ihr Nähebedürfnis oder ihren Rückzug.

Diese Signale nehme ich ernst.

Das Kind darf deshalb das Tempo seiner Eingewöhnung wesentlich mitbestimmen. Ich beobachte beispielsweise:

Sucht es von sich aus Kontakt zu mir? Beginnt es, den Raum zu erkunden? Kann es sich zunehmend von seiner vertrauten Bezugsperson entfernen? Nimmt es Kontakt zu den anderen Kindern oder zu den Tieren auf? Lässt es sich von mir begleiten oder trösten? Und zeigt es uns, dass es sich bereits sicher genug für eine erste kurze Trennung fühlt?

Eine Trennung findet nicht statt, weil ein bestimmter Tag im Eingewöhnungsplan erreicht wurde. Sie erfolgt dann, wenn die Entwicklung der Beziehung und die Signale des Kindes erkennen lassen, dass der nächste Schritt verantwortbar ist.

Warum ich nicht nach einem klassischen Stufenplan eingewöhne

Bekannte Eingewöhnungsmodelle wie das Berliner Eingewöhnungsmodell haben wesentlich dazu beigetragen, die Bedeutung einer behutsamen und begleiteten Eingewöhnung in Kindertagesbetreuung sichtbar zu machen.

Meine heutige pädagogische Haltung geht jedoch darüber hinaus.

Mir ist ein Ansatz wichtig, bei dem das Kind nicht nur beobachtet wird, um den passenden Zeitpunkt für vorgegebene Eingewöhnungsschritte festzustellen, sondern als aktiver Beteiligter seines eigenen Übergangs wahrgenommen wird.

Deshalb steht bei mir nicht die Frage im Mittelpunkt, wann laut Modell der nächste Schritt vorgesehen ist, sondern was das einzelne Kind in diesem Moment benötigt und welche Signale es uns gibt.

Auch Eltern dürfen ankommen

Eine partizipatorische Eingewöhnung betrifft nicht nur das Kind.

Auch Eltern geben ihr Kind in eine zunächst noch fremde Umgebung und bauen Vertrauen zu mir als neuer Bezugsperson auf. Unsicherheit, Fragen und manchmal auch Schwierigkeiten beim Loslassen dürfen deshalb dazugehören.

Ich wünsche mir während der Eingewöhnung einen offenen Austausch. Beobachtungen werden miteinander besprochen und Entscheidungen über die nächsten Schritte möglichst transparent getroffen.

Dabei steht nicht die möglichst schnelle Trennung im Mittelpunkt.

Das Ziel ist eine tragfähige Beziehung.

Denn eine gelungene Eingewöhnung bemisst sich für mich nicht daran, wie schnell ein Kind ohne seine Eltern bei mir bleibt. Sie zeigt sich darin, dass das Kind zunehmend Sicherheit gewinnt, Vertrauen entwickelt und meine Kindertagespflege als einen Ort erlebt, an dem es sich geschützt, gesehen und angenommen fühlt.

Zeit ist kein Wettbewerb

Manche Kinder benötigen dafür wenig Zeit, andere deutlich mehr. Beides ist in Ordnung.

Deshalb vereinbare ich mit Familien bereits vor Betreuungsbeginn, ausreichend Zeit für die Eingewöhnung einzuplanen. Berufliche Termine sollten in dieser sensiblen Phase möglichst nicht darüber entscheiden müssen, wann ein Kind „funktionieren“ oder eine Trennung bewältigen soll.

Nicht der Kalender bestimmt die Eingewöhnung – sondern die Beziehung und die Signale des Kindes.

Erziehungspartnerschaft – Gemeinsam das Kind im Blick

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist für mich ein wesentlicher Bestandteil guter Kindertagespflege.

Eltern kennen ihr Kind wie niemand sonst. Ich begleite es während eines wichtigen Teils seines Tages und erlebe es in einer kleinen Gemeinschaft außerhalb seiner Familie. Beide Perspektiven sind wertvoll.

Deshalb wünsche ich mir eine Erziehungspartnerschaft, die von Vertrauen, Offenheit, gegenseitigem Respekt und einem ehrlichen Austausch geprägt ist.

Im Mittelpunkt steht dabei für mich immer dieselbe Frage:

Was braucht dieses Kind gerade?

Familie und Beruf dürfen zusammenpassen

Meine Kindertagespflege bietet Betreuungsmöglichkeiten mit 25, 30 und 35 Wochenstunden.

Damit möchte ich Familien unterschiedliche Möglichkeiten geben, Betreuung, Beruf und Familienleben miteinander zu verbinden.

Gleichzeitig verstehe ich Kindertagespflege nicht als einen Ort, an dem ein Kind unabhängig von seiner aktuellen Situation funktionieren oder anwesend sein muss.

Es wird Tage geben, an denen ein Kind voller Energie und Freude zu mir kommt.

Und es kann Tage geben, an denen es etwas anderes braucht.

Wenn ein Kind seine Familie braucht

Ein krankes Kind benötigt Ruhe, Geborgenheit und eine vertraute Bezugsperson.

Aber auch außerhalb einer Erkrankung können besondere Situationen entstehen: außergewöhnliche Erschöpfung, belastende familiäre Ereignisse, Veränderungen oder andere Lebenssituationen, in denen ein Kind vorübergehend mehr Nähe und Sicherheit innerhalb seiner Familie benötigt.

Für solche Situationen wünsche ich mir Eltern, die grundsätzlich die Möglichkeit haben, darauf zu reagieren.

Das bedeutet nicht, dass Eltern ihren Beruf unwichtig nehmen sollen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist wichtig – aber sie sollte aus meiner Sicht nicht bedeuten, dass die Bedürfnisse eines Kindes dauerhaft hinter beruflichen Anforderungen zurückstehen müssen.

Meine Kindertagespflege soll Familien unterstützen.

Sie soll die Familie jedoch nicht ersetzen.

Offen miteinander sprechen

Kinder entwickeln sich. Familien verändern sich. Bedürfnisse können sich verändern.

Deshalb ist mir ein regelmäßiger und ehrlicher Austausch wichtig.

Wenn mir beispielsweise auffällt, dass ein Kind ungewöhnlich erschöpft ist, sich über einen längeren Zeitraum anders verhält oder gerade besondere Unterstützung benötigt, möchte ich dies mit den Eltern besprechen können.

Genauso wünsche ich mir, dass Eltern mir wichtige Veränderungen mitteilen, die für das Erleben ihres Kindes bei mir bedeutsam sein könnten.

Dabei geht es nicht darum, Familien zu beurteilen.

Es geht darum, das Verhalten eines Kindes gemeinsam besser verstehen und angemessen darauf reagieren zu können.

Wir müssen nicht immer einer Meinung sein

Erziehungspartnerschaft bedeutet für mich nicht, dass Eltern und Kindertagespflegeperson in jeder pädagogischen Frage dieselbe Meinung haben müssen.

Unterschiedliche Perspektiven dürfen bestehen.

Entscheidend ist, dass wir respektvoll darüber sprechen können und bereit sind, die Perspektive des anderen anzuhören.

Was uns verbindet, sollte dabei immer das Wohl des Kindes sein.

Besonders wichtig bei Inklusion

Bei Kindern mit zusätzlichem Unterstützungs- oder Förderbedarf bekommt diese Zusammenarbeit noch einmal eine besondere Bedeutung.

Eltern, Kindertagespflege, Frühförderung, Therapeut:innen, Assistenzkräfte und gegebenenfalls weitere beteiligte Fachpersonen bringen unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen mit.

Ich wünsche mir hier keine Arbeit nebeneinander, sondern ein möglichst gutes Miteinander.

Informationen und Beobachtungen können – im jeweils vereinbarten und zulässigen Rahmen – ausgetauscht und gemeinsame Ziele abgestimmt werden, damit das Kind möglichst verlässlich begleitet wird.

Eine Partnerschaft, die trägt

Ich wünsche mir deshalb Familien, die nicht nur einen Betreuungsplatz suchen, sondern sich bewusst für meine Form der Kindertagespflege und die dahinterstehende pädagogische Haltung entscheiden.

Eltern müssen dabei nicht perfekt sein. Kinder müssen nicht perfekt sein. Und auch im Alltag wird nicht immer alles nach Plan funktionieren.

Was ich mir wünsche, sind Verlässlichkeit, gegenseitiges Vertrauen, Gesprächsbereitschaft und die gemeinsame Bereitschaft, hinzuschauen.

Denn am Ende verbindet Eltern und mich ein gemeinsames Ziel:

Ein Kind, das sich sicher und angenommen fühlt, sich ausprobieren darf, Herausforderungen bewältigen lernt und Schritt für Schritt seinen eigenen Weg gehen kann.


Unser Tagesablauf 

Kinder brauchen wiederkehrende Abläufe, die ihnen Orientierung und Sicherheit geben. Gleichzeitig brauchen sie Zeit und Freiräume, um ihren eigenen Interessen nachzugehen, zu spielen und die Welt zu entdecken.

Deshalb gibt es bei uns einen verlässlichen Tagesrahmen – aber keinen starren Stundenplan. Die Bedürfnisse der Kinder, das Wetter, unsere Tiere und manchmal auch eine spontane Idee dürfen unseren Tag mitgestalten.

Ab 8:00 Uhr – Gemeinsam in den Tag starten

Ab 8:00 Uhr beginnt unser gemeinsamer Tag. Die Kinder kommen an, finden in Ruhe in die Gruppe und haben Zeit für erste Begegnungen und freies Spiel.

Unser Vormittag – Tiere, Bewegung & kleine Abenteuer

Ein fester Bestandteil unseres Vormittags ist die Versorgung unserer Tiere. Hund, Kaninchen und Hühner gehören zu unserem Alltag und die Kinder dürfen ihrem Alter und ihren Möglichkeiten entsprechend daran teilhaben.

Füttern, beobachten, versorgen und Rücksicht nehmen schaffen viele kleine Gelegenheiten, Verantwortung und Selbstwirksamkeit zu erleben.

Auch Spaziergänge mit Teddy gehören zu unserem Alltag. Dabei erleben wir unsere Umgebung, bewegen uns an der frischen Luft und entdecken unterwegs oft mehr, als ursprünglich geplant war.

Daneben bleibt ausreichend Zeit für Freispiel und gemeinsame Unternehmungen.

Dazu können beispielsweise Ausflüge und besondere Erlebnisse außerhalb der Kindertagespflege gehören. Auch Besuche der Salzgrotte in Voerde-Spellen können Bestandteil unseres Alltags sein. Hier stehen für mich insbesondere Ruhe, Entspannung und das gemeinsame Erleben einer besonderen Umgebung im Vordergrund.

Ruhe und begleiteter Mittagsschlaf

Nach einem erlebnisreichen Vormittag brauchen kleine Kinder Zeit, um zur Ruhe zu kommen und die vielen Eindrücke zu verarbeiten.

Deshalb folgt eine von mir begleitete Ruhe- und Schlafphase. Die Kinder werden nicht einfach zum Schlafen hingelegt, sondern dürfen in einem geschützten und vertrauten Rahmen zur Ruhe finden.

Dabei werden die individuellen Schlaf- und Ruhebedürfnisse der Kinder berücksichtigt.

Gemeinsam essen

Nach der Ruhephase folgt unser gemeinsames Mittagessen.

Essen bedeutet für mich mehr als Nahrungsaufnahme. Es ist auch Gemeinschaft, Kommunikation und ein Stück Selbstständigkeit. Die Kinder dürfen entsprechend ihres Entwicklungsstandes mitwirken und zunehmend selbstständig werden.

Anschließend räumen wir gemeinsam auf.

Auch solche kleinen Aufgaben gehören für mich zum pädagogischen Alltag: Ich bin Teil dieser Gemeinschaft und kann etwas beitragen.

Spielen & Abholen

Nach dem Mittagessen bleibt noch einmal Zeit für gemeinsames oder freies Spiel und einen ruhigen Ausklang des Tages.

Von 14:00 bis 15:00 Uhr beginnt unsere Abholzeit. Nach und nach verabschieden sich die Kinder und gehen mit ihren Familien nach Hause.

Ein Rahmen, der Halt gibt – und trotzdem beweglich bleibt

Unsere wiederkehrenden Routinen geben den Kindern Sicherheit und Orientierung.

Trotzdem darf jeder Tag ein bisschen anders sein.

Denn ein guter Tagesablauf bedeutet für mich nicht, dass jeden Tag zur gleichen Minute das Gleiche passieren muss. Er schafft einen sicheren Rahmen, innerhalb dessen Kinder spielen, entdecken, mitbestimmen und ihre kleinen und großen Abenteuer erleben dürfen.